Ich streife für Sie durch den Behördendschungel!

Mein Traum

(Und ist der Text noch so gelungen, verträgt er dennoch Änderungen)

Neulich wachte ich mitten in der Nacht auf. Freunde - ich glaube, es waren elf - und mir wohlgesonnene honorige Persönlichkeiten, verhalfen mir zu einer Million Euro, indem sie
diesen Antrag. stellten. "Er wird Millionär, denn er hat es sich verdient", flüsterten sie sich gegenseitig zu.  So war mir jedenfalls, falls ich nicht auch noch was an den Ohren habe, wovon ich aber nichts wüsste. Eigentlich ein schöner Traum, wenngleich etwas verrückt. Aber die Fakten stimmen. Da ist nix dran zu drehen. Schließlich habe ich durch die Unterstützung der Initiative "Bürger für Sanierung statt Neubau des Kreishauses in Recklinghausen" geholfen, dem Kreis Recklinghausen 100 Millionen Euro einzusparen. Knapp ein Prozent der Stimmen habe ich als Parteiloser gesammelt. Das ist respektabel und muss/muss doch ordentlich belohnt werden, oder? Hört sich jedenfalls nicht schlecht an, so eine "Mission Million".

Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: "Jobcenter: Wir machen Millionäre!" Cool. Und sie hört sich doch auch viel besser an als: "Jobcenter: Immer feste druff!", nicht wahr?

 



Antragsteller war übrigens in allen Städten die SPD. Das war insofern geschickt, denn bislang haben CDU und Linke keine Anstalten gemacht, mir zu helfen, sodass die Sozialdemokraten nun enormes soziales Profil zurück gewinnen konnten. CDU und Linke wären zudem in einer gewissen Zwickmühle: Ablehnen könnten sie diesen Antrag ja eigentlich nicht. Oder wollen sie gegen die Interessen ihrer Mitstreiter stimmen und einen "Helden" wie mich im Regen stehen lassen? Und wenn Kleinparteien dagegen stimmen, ist das ja auch nicht schlimm. Auf die Mehrheit kommt es an. Ich denke aber, alle Parteien hätten im Erfolgsfall eine tolle Story zu kommunizieren.

Und so kam es denn auch.
Der Antrag selbst ging in den Gremien von Stadt und Kreis nach kurzer Diskussion glatt durch. Am Ende waren Alle vollauf begeistert und aus dem Häuschen. Auch die, die mich am liebsten von hinten sehen, aber hier nicht erwähnt werden möchten, klopften mir im Nachhinein auf die Schulter. Ja, gibt´s denn das? Ich war total baff. Doch lesen Sie selbst die kleine Auswahl der Lobeshymnen, die auf mich niederprasselten.

"Wir wussten schon immer, was wir an Herrn Rüding haben. Diese Wertschätzung unsererseits war es auch, warum wie ihn nie in Arbeit vermittelt haben. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es ja wichtig, auf gutes Personal stets zurückgreifen zu können. Nie war er uns so wertvoll wie heute! Und die jahrelange Unterbezahlung holen wir natürlich nach und gleichen sie schnellstmöglich aus", versichert Jocenter-Chef Dominik Schad (SPD Waltrop).

"Für uns als Liberale ist klar: Leistung muss sich lohnen! Deswegen erkennen wir das Engagement von Herrn Rüding (auch) neidlos an – auch wenn es gegen unseren eigenen Antrag gericht war", unterstützt XY von der F.D.P. das Anliegen.

"Menschen wie Herrn Rüding sind schon aufgrund ihrer Schwerbehinderung gestraft genug im Leben. Für uns Sozialdemokraten sollte klar sein, dass unsere Gesellschaft solchen Menschen ein angenehmes würdiges und Auskommen und Dasein ermöglichen muss - und zwar ohne Bedürftigkeitsprüfung", erläutert von der SPD Herr/Frau XY.

Erich Burmeister, Vorsitzender der Reckliunghäuser Ratsfraktion und Kreistagsmitglied der Linken, pflichtet bei: "Wir Alle sollten uns nicht lumpen lassen und das Geld schnellstmöglich aufbringen und ihm zukommen lassen. Wie stehen wir denn sonst da? Als Knauser und Geizhälse? Das wollen wir nicht und ist unserer auch unwürdig."

Die CDU sagt: "Thomas Morus, ein großer Katholik, schrieb vor 500 Jahren in seiner "Utopia": "Es ist die Aufgabe der Gesellschaft, den Menschen von der Knechtschaft des Leibes zu befreien." Diesen Leitspruch müssen gerade wir Christen uns heutzutage immer wieder vor Augen führen und gerade im Rahmen der Inklusion immer wieder vergegenwärtigen", mahnt Kreistagsfraktionschef Benno Portmann.

"Geiz ist nicht geil! Deswegen geben wir das Geld gerne", fasst Christel Dymke die Postion von den Grünen kurz und knapp zusammen. "Wir brauchen mehr Menschen, die sich so aktiv und effektiv für das Allgemeinwohl einsetzen."

Auch UBP und die Piraten stimmten in den allgemeinen Jubelchor mit ein: "Das ist ein tolles Zeichen für die Solidarität in unserer Gesellschaft, die ja ansonsten immer mehr auseinander driftet. Gut, dass das in diesem Fall verhindert wurde."

Der so Belohnte/Geehrte zeigt sich tief gerührt/beeindruckt: "Das finde ich großartig. Gerade die Befürworter des Neubaus zeigen für mich echte Größe, indem sie ihre Niederlage akzeptieren und ihre Gegner würdigen. Das gibt mir doch das Vertrauen in die Parteien und den Sozial- und Rechtssstaat wieder zurück. Danke dafür", erklärt er mit ergiffener Stimme.

Und er fügt - an Landrat Cay Süberkrüb gerichtet - hinzu: "Ich möchte an dieser Stelle Herrn Kähler hiermit offiziell für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen! Mit seinem Bürgerbegehren hat er unheimlich viel für die Bürgerbeteiligung und somit die Demokratie getan. Das sollte auch entsprechend gewürdigt werden."

Landrat Cay Süberkrüb wiederum meint: "Die Beiden sind – neben vielen Anderen - ein Aushängeschild des Kreises und leuchtendes Beispiel für lebendige Demokratie. Wir brauchen mehr solcher Bürger. Und das mit dem Orden regele ich", versprach der Sozialdemokrat.

Und noch einer strahlt, Christoph Tesche (CDU): "Ich als Bürgermeister hätte zwar ganz gerne einen Neubau gehabt, aber meine Parteifreunde haben völlig richtig gehandelt. Da ist ganz im Sinne des Bürgers (Rüding). Die eine Million ist bei Herrn Rüding sehr gut aufgehoben. Man soll ja schließlich in Menschen und Köpfe und nicht in Steine investieren. Und die Leerstände in der Stadt, in denen man Teile der Kreisverwaltung auch hätte unterbringen können, kriegen wir auch anderweitig voll. Herr Rüding ist ein toller Typ und eine starke Marke."


Auch für Uwe Kähler, den Initiator des Bürgerbegehrens, gab es keine Diskussion, den Recklingäuser zu unterstützen und ihm zur Seite zu stehen. "Als ich von Herrn Rüdings Nöten und Schwierigkeiten gehört habe und last, was ihm so alles widerfahren ist, war es klar, dass ich helfen wollte. Einen Mitstreiter, der so ein hervorragendes Ergebnis erzielt hat, lässt man nicht im Stich mit seinen Sorgen. Notfaalls hättes ich für ihn ein erneutes Bürgerbegehren organisiert, keine Frage"

"Der Uwe ist ja so ein lieber Gast. Ich habe ständig nur sein Wohl im Kopf", sagt Daniel Hageleit, der Wirt seiner Stammkneipe. Ich und viele meiner Gäste waren ja auch gegen Neubau und für die Sanierung. Uwe hat sich die redlich Million verdient, weil er so fleißig gesammelt hat.“

Für meinen Namensvetter Uwe Suberg war schnell klar:  "Ich lasse "Uns Uwe" nicht im Stich." Flugs kamen zudem auch einige Termine mit interessanten Unternehmen zustande, die noch lukrative Aufträge versprachen - wenn sie denn noch nötig sind; schießlich  hatte ich ja nun meine Million. Was wollte ich mehr? Welche Herausforderung beziehungsweise welcher nächste Top Job könnte mich locken?

Andere verworrene Stimmen meinten:

"Sapperlot, so was aber auch! Da kann man doch mal sehen, was man alles noch so rauszuholen kann, wenn man so einen wie den Herrn Rüding mit an Bord hat."

"So ein Teufelskerl! Er ist ja ein erstklassiges Vorbild für unsere Jugend, das so dreist ist, sich einfach die Chance zu ergreifen, wo keine da ist."

"Richtig so: Nie aufgeben und es Allen zeigen. Die Pläne der SPD hätten die Demokratie untergraben."

"Klasse, dass
Herr Rüding mitgeholfen hat, disesen Anschlag auf die Demokratie zu vereiteln. Was passiert eigentlich mit den Attentätern? Wie werden die abgeurteilt und gerichtet? Bleiben die weiterhin in ihren Ämtern und Pöstchen? Oder werden die mit Schimpf und Schande aus dem Kreis vertrieben und zum Teufel gejagt? Verdient hätten sie´s."

"Gut dass das so ausging. Andernf
alls wäre der Bürgerstolz, dessen Werte er durch sein Handeln ja verkörperte - ich denke da vor allem an die Jobcenterschikanen - dermaßen gekränkt und verletzt worden, dass da ein "Aufschrei der Anständigen" (oder anständiger Aufschrei) geradezu hätte erfolgen müssen!"

"Tolle Entscheidung. Geld genug ist ja da. Was haben die eigentlich mit den Jobcenterüberschüssen aus 2017 gemacht? Wo ist die Konle hin? Die können dem Rüding ruhig 2 Millionen geben. Besser bei ihm als anderswo."

"Und wie ist es eigentlich mit der CDU? Sie waren ja anfangs auch für das Projekt. Muss man die jetzt auch loben oder deren Opportunismus kritisieren?"

"Er sollte bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft anfangen und diesen Saustall mal so richtig ausmisten."

"Traumhaft! Endlich mal jemand mit Visionen, der sich für unsere Gesellschaft und die Demokratie einsetzt. Solche Menschen brauchen wir. Weiter so!"

"Wunderbar! Wie Günter Netzer, der sich ja
damals auch selbst eingewechselt und die Initiative ergriffen hat. Göttlich."

"Klasse, dass so ein Underdog auch mal belohnt wird. Die Parteien hätten ja auch ganz schön dumm da gestanden, wenn sie Herrn Rüding im Stich gelassen hätten. Wir brauchen mehr solcher Typen."

"Eine super Aktion! Ich bin mal gespannt, was er für das Heft des Handelns, das er den Parteien aus der Hand genommen hat, kriegt."

"Toll, dass wir solche Kunden haben", freut sich Robert Hegemann, Tafelkoordinator beim SKF. "Es ist uns eine Ehre, solche Helden zuvörderst zu bedienen. Er kriegt auch immer gleich die doppelte Ration, versprochen. Der Service frei Hause ist natürlich inbegriffen."

"Respekt.
Er ist einer von uns, sagte auch Susanne Brefort, NRW-Vorsitzende der AGS der SPD. "Er hat sich was in den Kopf gesetzt und realisiert. Wenn auch die Idee verrückt war, aber das macht die Sache ja umso besser, ja genialer. Ein toller Unternehmertyp. Schade, dass er nicht in unsere Partei ist"

"Eine Million muss man sich schon holen, denn Sie wissen es ja selbst: von nichts kommt nichts. Freiwillig gibt sie in einem Keiner. Hut ab! Da können sich einige von Herrn Rüding was abgucken."

Selbst Tierschützer stimmten zu: "Gut, da sind zwar ein paar Kröten drin, die Einige da schlucken müssen,
aber manchmal muss man Opfer bringen. Der Mensch geht halt vor", sagte der Peta-Vertreter Peter Maus.

Wer mich dann noch so alles über den grünen Klee gelobt hatte, weiß ich jetzt nicht mehr. Die Gesichter dazu verschwommen alle ineinander, und nach und nach lösten sie sich auf. Aber bestimmt erinnere ich mich wieder daran, wenn ich sie im richtigen Leben treffe. Recklinghausen ist er nicht zu groß, sondern eher ein Dorf. Da läuft man sich immer mal wieder über den Weg und kann von den tollen Zeiten in Erinnerungen schwelgen.


Das Ganze tat mir jedenfalls gut
. Saugut. Sie glauben es ja gar nicht. Mit einem Lächeln legte ich mich wieder hin, zog die Bettecke über den Kopf, drehte mich um und schlief zufrieden wieder ein und weiter. Pipi gemacht hatte ich zwischendurch auch noch.

Doch wer hilft mir nun, diesen Traum wahr zu machen? So ein Batzen Geld ist ja doch ein schöner Arschwärmer - Vorsicht, nicht zu verwechseln mit einem Ahrschwärmer! - und es lässt sich fröhlich damit leben. Oder war das alles am Ende echt nur Einbildung und meine Fantasie ging da mit mir durch? Man weiß es nicht. 
Man kann es auch nicht wissen. Doch man soll die Hoffnung ja bekanntlich nicht aufgeben. Denn wer hätte im Vorfeld je daran gedacht, dass ein einzelner Bürger die Pläne des Landrats zu Fall bringen kann? Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Besonders wenn man aus dem Rathaus kommt.


Liebe LeserInnen,

Gerne dürfen Sie auch Ihren Senf, äh Kommentar, zu dieser Geschichte dazugeben, u
m sie zu würzen und schmackhaft zu machen. Ist doch bestimmt ein Klacks für Sie.

Wo ich ihn veröffentliche, erfahren Sie rechtzeitig.

Mal seh´n, was noch so alles passiert. In diesem Sinne:
Schöne Träume!

Bleiben Sie dran: Bis die "Mission Million" in trockenen Tüchern ist, werde ich bestimmt noch eine Menge zu erzählen haben. Und Arbeit. Schließlich muss ich auch noch die gute Fee suchen, die mir im Traum erscheinen könnte. Bislang ist da kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Wer es sein möchte, kann sich gerne bei mir melden.

Und seien Sie
versichert, dass ich Sie nicht verarschen möchte, denn sonst wäre ich ja in eine Partei eingetreten. Doch egal, wie es ausgeht, es wird auf jeden Fall ein Stadtgespräch. Da bin ich mir sicher.


Wenn die Legende zur Wahrheit wird, druck´ die Legende!

Behördensupport +++ Bescheiderklärer +++ Kümmeronkel Amtstiger * c/o Uwe Rüding * Oerweg 24 * 45657 Recklinghausen * Tel.: 0 23 61 / 90 55 35 * mobil: 0152 /55 97 000 1 http://www.amtstiger.de E-Mail: info@amtstiger.de